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1

Montag, 16. Februar 2009, 04:01

Folge 37: Die andere Seite der Straße

Hallo Freunde, wusstet Ihr schon das Neuste:

WER REDET, STIRBT !!!

Das war deutlich. Ein Lob auf diese niederträchtige und höchst brisante Folge, die uns die Wirklichkeit ein wenig näher brachte. Es gibt sie noch immer, die ungeschriebenen Gesetze, nach denen gewisse Kreise ihre Meinung von Recht und Gesetz vertreten. Wer die Schnauze nicht halten kann, dem wird sie eben gestopft.

Bruno Hübner in der Rolle eines absoluten Losers versuchte mit ein wenig Menschlichkeit, den knallharten Jungs klar zumachen, daß er ein winziges Stück vom Kuchen abhaben möchte. Sein Vorhaben war allerdings von vorn herein zum Scheitern verurteilt.

Und Hans Brenner reagierte:" ... Geh' runter und warte unten" - Bruno: "Ach, da unten, wo die Musik ist" - "JA" - "Hmm gut. Ich wäre ja nicht gekommen, wenn ich noch'n bisschen was hättäää !!!"

Das war's dann auch. Bruno ist schwach geworden und hatte die Herrschaften unterschätzt, die auch einen alten Herrn nicht verschonen würden. Er mußte demnach mundtot gemacht werden. Also machte man ihn der Ordnung halber gleich richtig tot.

Diese Folge war ein Knaller, die uns wieder einmal zeigte, wie es auf dem Kiez & Co. auch heute noch ausschaut. Man hält sich lieber raus aus gewissen Dingen, obwohl man weiß, daß es eigentlich nicht richtig ist. Leider schauen heut' zu Tage viel zu viel Menschen einfach weg, wenn draußen auf der Straße Unrecht geschieht. Aber das ist ein anderes Thema, zu dem es sicherlich geteilte Meinungen gibt.

"DIE ANDERE SEITE DER STRASSE" war eine der Episoden, die erst in der dritten Wiederholungsstaffel Ende der 80er Jahre ausgestrahlt wurde. Sie zählt zu den brutalsten Folgen der Krimireihe und hat dennoch eine Existenzberechtigung, denn sie zeigt, was aus Menschen werden kann, die sich mit Leuten anlegen, denen sie nicht gewachsen sind. Ich verweise daher auf die Inhaltsbescheibung von Gerald Grote, die sehr deutlich macht, um was es in dieser Folge eigentlich geht.

In der Tat hat diese Episode auf mich immer noch eine umwerfende Wirkung, weil auch die verwendeten Musikeinlagen treffsicher eingesetzt wurden. Gerd Baltus und Klaus Höhne stellten einmal mehr das Aushängeschild von braven Bürgern dar, die lieber die Fresse halten, als eine dicke Lippe zu riskieren. GENIAL !!!

Das Ding hat das Zeug dazu, in die Top 10 aller Kommi-Folgen einzugehen ...

LG Peter :kommi:
30.06.1963 - 02.09.2010

2

Montag, 16. Februar 2009, 09:39

Ja, die Folge gehört für mich auch eindeutig zu den Favoriten der Serie.
Kann es sein, daß die Straße in der Gold..äh Bofinger erschossen wurde auch dieselbe ist in der das Tanzvergnügen sein Ende fand? Die Häuserzeile kam mir irgendwie bekannt vor...
"Ich sitze hier, saufe, denke nach und seh mir den Gierke an."

3

Montag, 16. Februar 2009, 11:35

Hallo Blofeld!
Sieht ähnlich aus, ist aber in der Siegfriedstr. gewesen.
Der Drehort mit Straßenszenerie "Herrnstr." aus der Folge gestern wurde nur einmal benutzt, da es dort schwierig zu drehen ist.
Am Ende der Herrnstr. ist eine Fußgängerunterführung unter einer damals schon vielbefahrenen Hauptstr. durch..Die kann'ste fast nicht absperren.........der Dreh musste auch damals wegen plötzlich auftauchender Passanten immer wieder unterbrochen werden.....

Viele Grüße
Jörg L aus M
Warum 'schwierig' sein, wenn man mit ein bisschen Anstrengung 'unmöglich' sein kann :grins:

4

Montag, 16. Februar 2009, 14:22

Könntet ihr kurz sagen, wie die Folge nun ausgegangen ist. Ich bin eingeschlafen, als der ältere Herr überfallen wurde

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Elsie« (16. Februar 2009, 14:22)


5

Montag, 16. Februar 2009, 15:31

Zitat

Original von Elsie
Könntet ihr kurz sagen, wie die Folge nun ausgegangen ist. Ich bin eingeschlafen, als der ältere Herr überfallen wurde

Hallo Elise,

wirf mal einen Blick in die "Galerie" von KOMMISSAR-KELLER.DE - Dort findest Du links im Navigationskasten alle entsprechenden Infos zur Serie. Der Punkt "FILME" verweist auf sämtliche Folgen incl. bebilderdem Handlungsablauf. Danach geht es teilweise mit einem "inoffiziellen Teil" weiter.

Schön, daß Du den Weg zu uns gefunden hast. Herzlich Willkommen!

LG von Peter :kommi:
30.06.1963 - 02.09.2010

6

Montag, 16. Februar 2009, 15:52

Ich fand die Aufklärung unrealistisch.
Der Typ wäre doch froh gewesen, wenn seine Frau im Knast gelandet wäre. So wie der die behandelt hat. Also, das erdeswegen so einen Aufriss macht. Absolut unglaubwürdig.
Auch das Verhältnis Bofinger, Frau und Gangster habe ich nicht ganz verstanden. Wurde auch nie näher beleuchtet. Hier gings tatsächlich nur um das Motto "Wer redet, stirbt", und wie sehr sich jeder daran hält.

7

Montag, 16. Februar 2009, 16:25

Danke schön :froh:

8

Montag, 16. Februar 2009, 18:28

Folge 37 - Schauplatz

Hallo Ihr Lieben, mal was ganz anderes....

weiss jemand zufälligerweise, in welchem Stadtteil die Folge 37 (Die andere Seite der Straße) gedreht wurde und um welche Kneipe (in der Hans Brenner den Wirt spielt) es sich hier handelt? Ich freue mich ber jede Antwort dahingehend - DANKE - Grüsse aus München - Uwe
Der Kommissar - die Krimiserie mit Charme und Kultcharakter für alle Junggebliebenen ;-)

9

Montag, 16. Februar 2009, 18:28

Hintergrund-Informationen

Zitat

Original von Jörg
.........der Dreh musste auch damals wegen plötzlich auftauchender Passanten immer wieder unterbrochen werden.....


Hallo Jörg,

schüchterne Frage am Rande - weil ich Dein Wissen wirklich sehr bemerkenswert finde -

woher weißt Du das alles ? Habe ich irgendwas versäumt, hast Du das irgendwo schon einmal verraten ?

Denn ein Normalsterblicher - und so alt, daß Du damals dabei warst, bist Du ja wohl nicht - kann doch so viel gar nicht wissen ?!

War nur mal ´ne Frage interessehalber.

Beste Grüße

Torsten

Bibeina

unregistriert

10

Montag, 16. Februar 2009, 18:41

Ich muss mir den Fall heut unbedingt noch anschauen. War mir gestern zu spät!

11

Montag, 16. Februar 2009, 19:17

Hallo Torsten!

Danke für die Blumen!
Aber es weniger spektakulär als man denkt.....
In der Tat: Ich war zum Ausstrahlungszeitpunkt noch so jung, daß ich die Folgen in der Erstausstrahlung nur mit "Sondergenehmigung" von meinem Vater sehen durfte..........(Thx Dad !)

Das hier in der Folge war einfach, da man durchs Fenster die Straßenschilder erkennen kann.
Vor fast 10 Jahren bin ich dann auf die Idee gekommen und habe mich beim ZDF um die alten Drehbücher gekümmert und bin so u.a auf den ehemaligen Außenrequisiteur Otto M. gestoßen.
Der wußte noch so viel, daß man es nur noch ordnen mußte:
Die Problematik:
Derrick war auch von Reinecker mit der selben Produktionsmannschaft und t.w den gleichen Schauspielern gedreht worden.
Jetzt halte mal die Drehorte auseinander........
Für uns ist das einfach: Der Kommissar wurde in S/W gedreht, Derrick in Farbe....bei ihm war alles life, also in Farbe......
was bedeutet: Du musst alles prüfen......Trefferquote hoch bis "nun ja".......
und da fehlt mir einfach das Zeitangebot, wobei ich die Stadt gut kenne, was mir die Arbeit erleichtert hat.....
Parallel leicht zeitversetzt hat der Buchhalter das gleiche gemacht und ebenfalls Leute von damals kontaktiert.
Ralph hat ebenfalls ein sehr fotografisches Gedächtnis und konnte Sachen beitragen, wo ich im Leben nicht draufgekommen wäre........
bis wir dann alle Puzzlesteine zusammenhatten....
ein paar fehlen allerdings noch...

Aber einen Nachteil hatte die Sache dann doch: Aus der Ferne betrachtet war das vor einigen Jahren hochspannend...die Stadt habe ich seit der Kindheit im Hirn ein bißchen mit dem "gelobten Land" fast gleichgesetzt..
Es war ein Stück eingefangene Vergangenheit.....
Jetzt, wo ich seit einigen Jahren hier wohne und einige Hintergründe auch zum Dreh kenne und weiß, wie die Stadt auch in Hinterhöfen aussieht, ....
es hat sich schon einiges entmystifiziert.......

Viele Grüße
Jörg L aus M
Warum 'schwierig' sein, wenn man mit ein bisschen Anstrengung 'unmöglich' sein kann :grins:

12

Montag, 16. Februar 2009, 23:35

Hintergrund und Drehort?

Hallo Jörg,

jetzt erhielt ich gerade die Benachrichtigung bezüglich eines neuen Beitrages zur gestrigen Folge "Die andere Seite der Straße". Die Antwort galt aber wohl nicht meiner Frage, sondern der Frage eines anderen Forum - Mitglieds.

In Deinem Beitrag steht leider (noch) nichts zum Stadtteil etc. - mir kommt es fast auch so vor, dass der Drehort mit der Folge "Ende eines Tanzvergnügens" identisch ist.

Werden auf dem Treffen auch die einzelnen Stadtteile oder aber "nur" die Kneipen etc besucht?

Freue mich auf eine Antwort!
Der Kommissar - die Krimiserie mit Charme und Kultcharakter für alle Junggebliebenen ;-)

13

Dienstag, 17. Februar 2009, 09:26

Moin!
Hmmm, vielleicht waren meine Ausführungen so kryptisch, daß nur Eingeweihte was damit anfangen können....

Die Folge: " Die andere Seite der Strasse" wurde im wesentlichen in der Herrnstr. gedreht. Die Gestalten vor besagtem Fenster mit Blick aufs Stra0enschild stehen Herrnstr. Ecke Stollbergstr.
Die liegt in der Alttstadt in unmittlebarer Nähe hinter dem Hofbräuhaus.
Die Kneipe ist jetzt besagte "Havanna Bar"
Dort ist alles heute noch sehr gut zu erkennen.

Jetzt ist es hoffentlich klarer

VG
Jörg L aus M
Warum 'schwierig' sein, wenn man mit ein bisschen Anstrengung 'unmöglich' sein kann :grins:

14

Dienstag, 17. Februar 2009, 11:10

Schon der Anfang ist köstlich: wieder mal eine regennasse Straße, dann eine Haustür – und immer mehr Leute, die unbedingt durch diese Tür den regnerischen Abend verlassen möchten. Aber ach – der Schlüssel ist abgebrochen und so gelingt es dem letzten Ankömmling nicht, die Szenerie durch die Tür zu verlassen. Statt dessen wird er erschossen und alle schauen erstaunt. Ich inklusive. Das mir nicht noch der Mund aufging, war alles. Natürlich war mir direkt danach klar, wer Schuld war. Natürlich die Frau, denn wegen ihrer modernen Frisur und modernen Natur besaß sie weder Haar- noch Sicherheitsnadel. Das wäre den Frauen von früher nie passiert!

Nun aber weiter, schließlich ist ein Mord geschehen und der soll nur aufgeklärt werden. Aber denkste. Niemand will etwas gesehen haben, niemand redet - ich würde ja reden, wenn ich etwas gesehen hätte. Da geht es mir wie Eva, der leicht mürrischen Enkelin des alten Galusch. Auch ihr erzählt niemand was, schon gar nicht ihr Opa, der nicht nur zu dämlich für Geld, sondern auch TSTL ist – Too stupid to live. Weswegen sein Erpressungsversuch in die Hose geht und er tot vor seiner Wohnungstür landet. Und immer noch redet niemand. Das ist leider wenig spektakulär für den Zuschauer, zumal ja ohnehin klar ist, wer hinter den Untaten steckt. So schleppt sich die Folge ein wenig dahin, wobei viel gereineckert wird aber nichts gesagt. Bis zum Schluß nichts, nur die betrunkene Marion redet schließlich und so löst sich alles auf.

Tja, was wollte uns der Dichter damit sagen? Leute, die in Straßen neben Unterweltkneipen leben, leben gefährlich. Hmmmm. Naja. Die Polizei kann ehrbare Bürger nicht vor der Unterwelt schützen. Tja. Und sonst?

Für mich nicht sehr überzeugend. Gut gespielt, ja. Toller Einsatz der Musik. Aber es wird eine Welt gezeigt, die ich nicht identifizieren kann. Klar schauen viel zu viele Leute weg, weil sie nicht in Dinge gezogen werden möchten, die ihnen Angst machen. Aber ich fand die Umsetzung dieser Lebenserfahrung zu sehr auf die Spitze getrieben und gleichzeitig die Gefährdung nicht ernsthaft genug gezeigt. Die herumlungernden Jungs z.B. erschienen mir weniger angsteinflößend als die „Ratten der Großstadt“. Insofern ließ mich die Story draußen stehen und ein wenig ungläubig zuschauen, wie niemand was sagt und dennoch was passiert.

15

Dienstag, 17. Februar 2009, 13:19

Ein ganz klitzekleines bisschen...

.....unrealistisch fand ich auch, daß Opa Gulasch - äh Galusch in der Kneipe (da wo die Musik spielt) gemeuchelt wurde, aber seine Leiche vor seiner Wohnungstüre gefunden wurde.
Da hat der böse Bube den Toten über die Strasse getragen; hat ihn durch die sicherlich abgesperrte Haustüre in die erste Etage gewuchtet und das, ohne bemerkt worden zu sein.
:respekt
Und das alles in einer Umgebung, die vom ersten Mord schon sensibilisiert hätte sein müssen......
:nee
Trotzdem keine schlechte Folge ! :klatsch

Fred
Sagen Sie mal - Sind Sie ballaballa ???

16

Dienstag, 17. Februar 2009, 13:41

RE: Ein ganz klitzekleines bisschen...

Zitat

Original von Taxifred
.....unrealistisch fand ich auch, daß Opa Gulasch - äh Galusch in der Kneipe (da wo die Musik spielt) gemeuchelt wurde, aber seine Leiche vor seiner Wohnungstüre gefunden wurde.
Da hat der böse Bube den Toten über die Strasse getragen; hat ihn durch die sicherlich abgesperrte Haustüre in die erste Etage gewuchtet und das, ohne bemerkt worden zu sein.
:respekt
Und das alles in einer Umgebung, die vom ersten Mord schon sensibilisiert hätte sein müssen......
:nee


Das hatte alles wirklich was von "Nick Knatterton" und dem Kriminaltango. Und sie tanzten zu den Stones, Rocke, Mary und auch Sche-henk....

Selbst in einer "Unterwelt"-Kneipe wird wohl kaum ein armer, alter Mann vor großem Publikum zu Tode geschlagen. Man kann sich doch nicht drauf verlassen, daß alle das Maul halten. Angenommen, alle hätten den Mund gehalten und der Kommissar zieht zunächst erfolglos ab. Dann wird ein damals zufällig anwesender Kleinkrimineller zwei Wochen später hoppgenommen, einer, von dem man weiß, daß er dort verkehrt. Und der soll dann schweigen, wenn er sich mit der Info freikaufen könnte? Das ist einfach wider die menschliche Natur. Deshalb laufen solche Dinge im Geheimen ab, da wird Opa nicht erst auf den Präsentierteller gesetzt, sondern vor die Tür gebeten und dort erledigt. Macht auch viel weniger Dreck bzw. hinterläßt weniger Blutspuren im heimischen Keller.

Ich hätte dem Opa sowieso Geld gegeben und ihn dann von netten Jungs anch hasue bringen lassen und dort im Hausflur erledigen - möglichst so, daß die Nachbarn das mitbekommen. Dann dem Toten das Geld abnehmen und gehen, während alle im Keller bezeugen können, daß die Täter zur Tatzeit unten getanzt haben. Dann hätte Marion trotzdem gestehen können, aber die Folge wäre meiner Meinung nach intensiver, weil verwegener geworden.

17

Dienstag, 17. Februar 2009, 18:56

Danke - und noch 'ne Frage...

Hallo Jörg, danke, jetzt sehe ich klarer :-))) - hab vermutlich auf dem Schlauch gesessen und nicht alle Beiträge explizit angesehen. Das werde ich mir bei Gelegenheit mal "in natura" ansehen.....

Ich hab das dumpfe Gefühl, dass die Folge "Ende eines Tanzvergnügens" ebenfalls in dieser Ecke spielt.... ganz merkwürdig, es sieht alles "so gleich" aus. Aber ich kann mich auch gewaltig täuschen.

Ich habe jetzt mal Deinen Beitrag mit dem ehemaligen Außenrequisiteur Otto M. gelesen. Ist ja total cool. Klaro, dass der alles "in Farbe" hatte und so sicher den einen oder den anderen Drehort verwechseln kann. Das waren ja unendlich viele bei Derrick und beim Kommissar....

Lebt Otto M. noch? Den würde ich ja gerne mal kennen lernen....

In diesem Sinne - danke für Deine Hilfe! Lieben Gruß und schönen Feierabend, Uwe
Der Kommissar - die Krimiserie mit Charme und Kultcharakter für alle Junggebliebenen ;-)

18

Donnerstag, 19. Februar 2009, 16:50

Folge 37: Die andere Seite der Straße

Zitat

Original von Bubach
Ich fand die Aufklärung unrealistisch.
Der Typ wäre doch froh gewesen, wenn seine Frau im Knast gelandet wäre. So wie der die behandelt hat. Also, das erdeswegen so einen Aufriss macht. Absolut unglaubwürdig.

Hallo Bubach,

dass sehe ich etwas anders.
Es ist so, dass, wenn auch für viele Menschen nicht nachvollziehbar, gerade bei Beziehungen zwischen Mann und Frau, Abhängigkeiten bestehen / entstehen, die bis zur Selbstzerstörung gehen!

Gerade Frauen lassen es immer wieder zu, von Männern drangsaliert zu werden. Sie schaffen es nicht, sich endgültig von dem Partner zu trennen. Die Männer wiederum nutzen diese Abhängigkeit aufs schändliche aus!
Leider muss man immer wieder feststellen dass der Satz „Sie küssten und sie schlugen sich“ Realität ist, obwohl der Satz eine gewisse Verniedlichung zur wahren Situation ist!
Frauenhäuser haben eine sehr große Bedeutung und spielen eine wichtige Rolle in unserer realen Welt! Traurig, aber wahr. Nicht umsonst, gibt es bundesweit das „Gewaltschutzgesetz“ der Länder!
Hier geht es explizit darum, wer Gewalt ausübt der fliegt aus der Wohnung! Egal, ob er der Wohnungsinhaber ist oder nicht!
Die Polizei hat die Möglichkeit Platzverweise bis zu 6 Monaten (!!!) auszusprechen, um dem Opfer und den Gerichten die Zeit zu geben, entsprechende juristische Verfahren und Verfügungen zu beantragen bzw. zu veranlassen
In der Praxis gibt es allerdings dass Problem, dass der drangsalierte Partner oft letztendlich nicht konsequent ist und das Verfahren nicht bis zum Ende durchzieht!
Ein Hinweis noch in eigener Sache:
Meinen Hinweis bzgl. der Situation Frau / Mann meine ich nicht negativ, sondern basiert auf meine persönliche berufliche Erfahrung!

Zitat

Original von Bubach
Auch das Verhältnis Bofinger, Frau und Gangster habe ich nicht ganz verstanden. Wurde auch nie näher beleuchtet. Hier gings tatsächlich nur um das Motto "Wer redet, stirbt", und wie sehr sich jeder daran hält.

Stimmt, dieses Verhältnis wurde gänzlich im Dunkeln gelassen. Spielt für den Autor offensichtlich auch nur eine Nebenrolle!
Viele Grüße

Kellner Windeck :))

Erich Lorenz über Kellner Windeck zu Robert und Walter:
:kotz "Aber sie ging nicht ins Bett. Erst musste der Kellner zu Hause sein. Wissen Sie, der wurde sehr gut versorgt hier!":kotz

19

Donnerstag, 19. Februar 2009, 19:05

Folge 37: Die andere Seite der Straße

Eine Folge mit Widersprüchen und Oberflächlichkeiten!

Der Mord, die Täterin bzw. der Täter spielen nur eine Nebenrolle.
Der Zuschauer erfährt weder etwas über das Motiv der Tat, noch etwas über das tatsächliche (Abhängigkeits-) Verhältnis des Ehepaares Schenk. Der Zuschauer erfährt nur, dass beide zum Schluss sich einer Straftat verantworten müssen! Alles andere bleibt mehr und weniger im Dunkeln und lädt zum spekulieren ein!

Selbst bei der Überlegung, was will uns der Autor der Folge eigentlich für eine Botschaft übermitteln, kann der Zuschauer ins spekulieren kommen.
Will der Autor uns klar machen, wie schändlich es ist wegzuschauen? Oder will er uns klar machen was es bedeutet, wenn man zuviel weiß?
Oder will er dem damaligen Zuschauer klar machen, in welchem „rechtsfreien Raum“ er mittlerweile lebt und Kriminellen schutzlos ausgeliefert ist?
Eine Botschaft kommt jedenfalls sehr deutlich rüber:
Es ist besser nicht zu sehen, nichts zu hören, nichts zusagen“!

Die drei Affen lassen grüßen!

Was meiner Sicht realistisch rüberkommt das ist, wenn auch vielleicht etwas überzogen,
a) in welches Dilemma Personen geraten können, die Zeuge einer Straftat werden
b) auf welche Probleme Strafverfolgung stoßen kann, wenn keiner etwas gesehen haben will, obwohl
klar ist, dass es Zeugen gibt!

Meine Meinung und meine Erfahrungen:

Es gibt auch heute immer noch viele Leute, insbesondere in Verbindung mit Gewaltdelikten, die Bedenken haben, sich der Polizei zur Verfügung zu stellen. Häufig sind diese Bedenken unbegründet, denn die Fälle in der Zeuge tatsächlich bedroht sind bzw. bedroht werden sind relativ wenig. Oft trifft hier das Sprichwort zu. „Hunde die bellen, beißen nicht!“
Die Polizei prüft bei tatsächlichen Gefährdungsfällen auch sehr sorgsam, in wie fern bei tatsächlicher Gefährdung ein besonderer Schutz erforderlich ist!

Ich weiß allerdings nicht wie es damals war, als die Folge gedreht wurde!

Ein weiteres Problem ist, dass die Strafverfolgung aufgrund unseres Rechtssystems auf Zeugen geradezu angewiesen ist! Denn ein Beschuldigter muss sich nicht selbst belasten!
Deshalb hat der Zeuge auch nur unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, das Zeugnis zu verweigern!
Die Strafprozessordnung sieht im § 70 auch bei Verweigerung des Zeugnisses die Möglichkeit des Ordnungsgeldes und der Ordnungshaft vor;
siehe auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Ordnungsgeld

Das Instrumentarium der Ordnungshaft unterliegt natürlich sehr hohen Hürden!

Woher kommen aber die Bedenken der Zeugen?
Unter anderem auch aufgrund der Tatsache, dass der Zeuge vor Gericht sich leider teilweise vorkommen muss, als habe er die Tat begangen und nicht der Angeklagte!
Der Angeklagte hat das Recht sich einen Rechtsbeistand, sprich Rechtsanwalt, zu nehmen. Der Zeuge nicht. Und da der Zeuge im Umgang mit Gericht auch nicht sehr erfahren ist, fühlt er sich manchmal auch sehr schnell allein gelassen!
Der Zeuge erlebt es manchmal, dass er Fragen gestellt bekommt, bei denen er sich fragt: „Was soll das hier eigentlich?“!

Auf jeden Fall haben Zeuge teilweise sehr unangenehme Erinnerungen an ihrer Zeugenaussage!

Egal, wie man die Situation bewerten will, auch heute noch müssen wir uns als Gesellschaft immer wieder dazu in die Pflicht nehmen „Courage“ zu zeigen, indem wir nicht weg sehen!
Was dem ein oder anderen sehr schwer fällt!

Auch in der Schlussszene, als die „schweigenden Zeugen“ den Täter extra darauf hinweisen, dass sie nichts gesagt haben, wirkt unwirklich. Ich bin trotzdem davon überzeugt, dass es immer noch Leute gibt, die auch heute noch so denken!

Zu den bekannten drei Affen habe ich in Wikipedia übrigens einen interessanten Eintrag gefunden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Affen

Mein Fazit:
Eine sehenswerte Folge mit vielen „offenen“ Baustellen!
Viele Grüße

Kellner Windeck :))

Erich Lorenz über Kellner Windeck zu Robert und Walter:
:kotz "Aber sie ging nicht ins Bett. Erst musste der Kellner zu Hause sein. Wissen Sie, der wurde sehr gut versorgt hier!":kotz

20

Dienstag, 12. Februar 2019, 14:19

Mord vor dem Haus, die üblichen Ermittlungen im Panoptikum.

Mein
Liebling in dieser Folge: Bruno Hübner als „Herr Galusch“,
Markenzeichen: Sinnlos-Dialoge am Rande des Dadaismus. Er hat den
Blick dafür, völlig Uninteressantes erst langatmig zu hinterfragen,
nachdem er obligat die Frage (gerne mehrmals) wiederholt und mit „Du
liebe Zeit!“ kommentiert, was alles und gar nichts heißt. So
interessiert ihn, während die Polizei in seine Wohnung kommt, um in
einen Mordfall zu ermittel, der direkt vor seinem Fenster stattfand
offenbar brennend, warum seine Enkelin die Suppe „sowieso nicht“
ißt und warum sie ihr nicht schmeckt. Verdruckstes Eingeständnis,
dann man Galusch heißt - „Ääääähh … ja … bin ich“ (was
vor der eigenen Wohnung in der Regel an der Klingel steht),
unsicheres herumtänzeln, unsteter Blick in irgendwelche Ecken.


Premium-Dialog
mit der Enkelin: „Hausmeister? Ich bin doch kein Hausmeister!“.


Wieso
biste nich' Hausmeister? Natürlich biste Hausmeister!“
. Da er
aber nicht bezahlt wird wie ein Hausmeister, zieht Galusch die
Bezeichnung „Hanswurst“ vor und plant offenbar, diese Einstellung
- falls notwendig „open end“ - mit seiner Enkelin im Beisein der
(an solchen Feinheiten merklich desinteressierten) Polizei gründlich
zu erörtern.


Herr
Galusch hat generell nichts gesehen und nichts gemacht – zumindest
nichts, worüber er mit der Polizei reden würde. Offenkundig hat er
im Leben seine Lektion gelernt, am besten Augen und Klappe zu. Von
der Polizei ist nichts Gutes zu erwarten. Während der
Schwarzmarktzeit läßt er sich einen Koffer mit Schweinefett klauen
und klaut seinerseits einen Koffer mit – einer Sutane, Bibel und
Rosenkranz. Das prägt.






Der
Opa-Enkelin-Dialog („Begreifst du denn nicht, was vorgeht?“)
zeigt, dass der alte Mann zwar „nichts gelernt hat“, da er
statt Schule Kartoffeln-Ausbuddeln“ hatte (na ja, der
Schauspieler Bruno Hübner ist Jahrgang 1899...), aber sensibel genug
ist, um Signale wie offene Präsenz von Herumlungernden auf der
Straße zu deuten („Halte bloß die Schnauze!“). Der
Kommissar übrigens auch: „Scheint eine Art Aufmarsch zu
sein...
“. An ihm ist das Wirtschaftswunder spurlos vorüber
gegangen, er hat weder Geld für Bier noch für Zigaretten und als
die Enkelin ihm vorhält, „zu dämlich“ für Geld zu sein, geht
er halt zu denen, die nicht zu dämlich sind. Der kleine Verlierer,
der ein bißchen was abhaben will, geht verzweifelt auf Ganze und
droht kaum verholen mit dem „auspacken“. Resultat: man findet den
wehrlosen Alten totgeprügelt vor seiner Tür.






Die
versammelte Volks-, Entschuldigung, Hausgemeinschaft windet sich,
flüchtet sich in irreale Einzelheiten und verschließt fest beide
Augen vor der Realität - der deutsche Kleinbürger wird – wie
eigentlich immer bei Reinecker - par excellence vorgeführt.
Allerdings: was passiert mit den Menschen, wenn Keller & Co.
abgerauscht sind, ob mit oder ohne Verdächtigen? Werden sie unter
Polizeischutz gestellt für die Dauer des Prozesses? Alle? Wohl kaum
- und selbst wenn: was ist danach? Das relativiert doch etwas die
offenkundige Feigheit („Wir haben nichts gesagt! Hoffentlich hat
man da Ihnen nichts falsches gesagt!
“) der braven Bürger, denn
die Polizei interessiert primär der wasserdichte Fall. Einfach
göttlich,wenn Grabert allen Ernstes Baltus und Höhne beim
gemeinsamen Blick aus dem Fenster fragt: „Und Sie wollen
trotzdem nichts sagen?
“ als sie die Schläger einschüchternd
auf der Straße stehen sehen, den totgeschlagenen Galusch trägt man
gerade heraus. Nein, sie wollen trotzdem nichts sagen, seltsam,
nicht?