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1

Montag, 15. Juni 2009, 10:12

Folge 49: Ein Amoklauf

Ich finde, eine gute Folge mit spannender Unterhaltung und tiefem Einblick in die Wohnzimmer anderer Leute!

Der Zuschauer wird durch den Ausbruch von Erich Weissmann sehr schnell darauf fokussiert, dass im Laufe der Folge etwas Schreckliches passieren muss!

Gleichzeitig erhält der Zuschauer durch die Flucht Weissmann`s Einblick in das Privatleben Weissmann / Neumann.
Außerdem erfährt der Zuschauer, obwohl er selber damals nicht dabei war, die „wahren“ Umstände des Verbrechens von Weissmann. Offensichtlich eine „Verzweifelungstat“ und kein „kaltblütiger Mord“!

Und „moralische“ Mittäter sind das frisch vermählte Ehepaar Neumann.
Als deren Ehe auf die erste ernsthafte Probe gestellt wird, bricht diese sofort wie ein Kartenhaus zusammen.
Herrlich dieser „Zickenkrieg“ zwischen Frau und Herrn Neumann. Die Eheleute schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe, so dass Walter immer nur noch mehr staunend und irgendwie hilflos daneben stehen kann!

Dank der hervorragenden schauspielerischen Leistung von Krista Keller und Götz George als Ehepaar Neumann, sind deren Dialoge wirklich sehr gute Unterhaltung. „Schimmi“ zeigt hier bereits, dass er nicht nur den Macho spielen kann!

Und am Schluss.
Irgendwie ruft Erich Weissmann, ebenfalls sehr gut von Gerd Baltus gespielt, bei mir Mitleid hervor. Natürlich ist seine Tat nicht zu entschuldigen, sie wird aber durch die neunen Erkenntnisse in ein anderes Licht gerückt!

Der Zuschauer konnte wirklich nicht damit rechnen, dass Weissmann ausgebrochen ist, um sich bei seiner Frau zu entschuldigen!

Über die „Schutzmaßnahmen“ der Polizei muss man nicht lange diskutieren. Natürlich eine Katastrophe aus heutiger Sicht. Vergessen werden darf aber hierbei nicht, damals gab es noch nicht gut ausgebildete Spezialkräfte, die heutzutage hierfür eingesetzt werden würden!

Wer zwar genervt hat, aber eben durch seine gute Darstellung, das war Charles Regnier als Gefängnispsychopath, ääh Psychologe, Dr. Förster.
Welche Erkenntnisse hat Dr. Förster (Charles Regnier) für sich in Anspruch genommen? „Heute abend fließt noch Blut!“

Anmerkung am Rande:
Bei solchen Leuten Frage ich mich immer:
Warum heißt so einer eigentlich nicht mit Nachnamen Meier oder Berger. ? Und mit Vornamen „Schlau“?
Für mich ein in beratender Funktion tätiger „Schlaumeier“.

Mein Fazit: siehe oben!
Viele Grüße

Kellner Windeck :))

Erich Lorenz über Kellner Windeck zu Robert und Walter:
:kotz "Aber sie ging nicht ins Bett. Erst musste der Kellner zu Hause sein. Wissen Sie, der wurde sehr gut versorgt hier!":kotz

2

Donnerstag, 18. Juni 2009, 16:53

Weissmann gibt sich die Kugel

Liebe Gemeinde,

der Rezension unseres werten Kellner Windeck schließe ich mich an und habe nichts wesentliches mehr hinzuzufügen, denn sie spiegelt auch meine Eindrücke wieder. Obwohl ich bis heute noch nicht weiß, ob mir diese Folge gefällt oder nicht, schätze ich doch die Rollenverteilung und die Charaktere der Darsteller.

Ein einfacher Fernfahrer, der einst eine "Anal-terin" verzupfen wollte, präsentiert sich plötzlich als Gefängnisdirektor. Holla die Waldfee!

"Charles" nervt mit seiner Akkuratheit wie eh und je, Dreifach-Kellner "Willy" wurde einfach mal in den Knast verfrachtet, "Götz" hats immer noch drauf und Duckmäuser "Gerd" zeigt sich dieses Mal in einer außergewöhnlichen Hauptrolle. Selbst unsere "Porno-Omma" Rosl Mayr verwöhnte mit ihrem Kurzauftritt Augen und Ohren.

Und das sollte doch eigentlich für einen guten Film genügen, wenn der Rest stimmt und das eigentliche Thema richtig umgesetzt wird. Im Großen und Ganzen passte auch alles zusammen und die Psycho-Mucke von THE CAN trug ein wenig zum Spannungsbogen bei.

Das Ende des Films ist in der Tat eine Überraschung. Statt einen erneuten Amoklauf anzurichten, richtet Weissmann sich selbst, um nicht noch einmal vor den Richter treten zu müssen. Somit kann er nun dem lieben Gott berichten, dass er nun alles richtig gemacht hat und darf fortan auf Wolke 7 seinen Dienst verichten.

Alles richtig? Ich glaube ja!

LG Peter :kommi:
30.06.1963 - 02.09.2010

3

Donnerstag, 18. Juni 2009, 20:30

Also mir fällt bei dieser Folge immer die Hintergrundmusik auf, die manchmal klingt wie eine Autohupe... :grins:
"Ich sitze hier, saufe, denke nach und seh mir den Gierke an."

4

Donnerstag, 18. Juni 2009, 20:58

FRAU GMEINWIESER rules !!!! :top

5

Freitag, 8. April 2011, 18:10

Wo ist denn die Wohnung von Ein Amoklauf? Spielt das alles im Westend?

6

Samstag, 9. April 2011, 08:18

Hi prediger1!

Die Wohnung befindet sich in dem Dreieck Welfenstr., Weilerstr., Senftlstr. in der Nähe des Ostbahnhofes.
Das sind die Häuser, die alle so auffällig rot gestrichen sind.
Viel Glück bei der Suche!

Gruß
Harry :kommi:

7

Samstag, 9. April 2011, 09:42

Danke, bei der guten Beschreibung kein Problem. Danke auch den Tipp mit dem Harmatinger Weiher. Mit dem Fahrrad hat man von Ettenkofen 50 km/h drauf und muss scharf bremsen. Ist sehr schön, aber verwahrlost http://www.panoramio.com/photo/50701959 Danke und besten Gruß, Prediger

8

Samstag, 30. April 2016, 21:22

Gerd Baltus spielte paar Jahre später in der Serie Sonderdezernat K 1 Folge Tödlicher Ladenschluß wieder einen Ehemann der Amok läuft. In der Folge
überrollt er sein Opfer ganze drei Mal mit dem Wagen. Später gibt es eine Wilde schießerei mit der Polizei. Verrate mal nicht zuviel falls jemand die Folge sehen will.

Aber seine Rolle bei K1 hat viel ähnlichkeit mit seiner Rolle hier im Kommissar 49.

9

Montag, 2. Mai 2016, 01:36

Gerd Baltus in Derrick: "Tod des Wucherers" von 1977.
Hier zu sehen
https://www.youtube.com/watch?v=CoXQucrQYXo
und auf dem 3. Teil der Derrick Collector´s Box (qualitativ vorzuziehen).
Wieder einmal ist Gerd Baltus vom Leben außerordentlich gezeichnet, ein Wunder, dass seine untertänigste Figur einen kompletten Satz herausbringt. Großartig! Hier kann er noch mehr glänzen als in "Amoklauf", weil die Rolle größer angelegt ist und er mehr Text hat. Agnes Dünneisen spielt ein ähnlich scheues Reh wie im Kommissar "Die Kusine". Über Peter Kuiper, dessen Wucherer schon nach ein paar Fernsehminuten das Zeitliche segnet, habe ich an anderer Stelle geschrieben.
Seine beste Rolle spielte Baltus m. E. jedoch 2002 in "Zweikampf" (nicht zu verwechseln mit dem Tatort gleichen Namens) - zur Abwechselung einmal einen hintergründig-diabolischen Charakter.
"Also, wenn sie mich fragen - Bigge war´s"

10

Freitag, 22. Februar 2019, 16:31

Nicht unflott, die Folge...

Götz George, meist als großmäuliger Zuhältertyp gebucht, überzeugt als nervöser Kleinbürger, der gerne mal seinen risikolosen Vorteil sucht und mit einer verheirateten zweifachen Mutter ein Verhältnis hat, sich bei Gefahr aber möglichst schnell „vom Acker“ machen will. Vom Genießer, der bei demütigen Schwachen gerne mal auftrumpft („Wenn se schon mit den Kindern spazieren gehen, kommen se mal nich so schnell wieder“) und austestet, was an Demütigung so möglich ist („Erich, es ist 4, ich bin da. Dalli dalli, ich verlier' ja glatt 5 Minuten“), aber blitzschnell den Rollenwechsel zum moralisierenden Ankläger hin bekommt und seine frisch Angetraute als „verdammte Hure“ bezeichnet. Diese genießt als Soziopathin lustvoll die Demütigung ihres Mannes in vollen Zügen, George distanziert sich immer weiter – man erwartet eigentlich jeden Moment, dass er mitteilt, nur rein zufällig in der Wohnung gewesen zu sein, um sich ein wenig Mehl zu leihen...
Aber auch sonst hätte in der Folge ein „General Heldenklau“ seine liebe Mühe: Wie Schlachtenbummler gucken die Anwohner neugierig aus dem Fenster oder sitzen in der Kneipe, wo „sie auf den Weissmann warten, weil sie gesehen haben, wie man die Kinder rausgetragen hat“ - Möchtegern-Lynchmob in Wartestellung. Ruppige Aufforderung an Heines und Klein, sie sollen „mit dem Theater Schluß machen“, man kriege die Kinder ja nicht vom Fenster weg. Ja, morgen früh ist Schule - Ordnung muß sein.
Elisabeth Wiedemann nahm das kostenlose Zimmer, in dem die Kinder erschossen wurden, gerne an und trumpft erst keck auf, nachdem sie am Ende des Monats sowieso auszieht. Jetzt auf einmal reicht ihr Mut, um Weissmanns Ex vorzuhalten, sie habe „doch immer die Augen zu gemacht“ und zudem in besagtem Zimmer laut Musik gehört und getrunken.
Mein persönliches Komik-Highlight der Folge ist Charles Regnier als Psychologe Dr. Förster. Er geht lieber nicht in die Wohnung, wo er das potentielle Opfer des bewaffneten Flüchtigen inklusive „Schießerei“ vermutet („Nein, danke schön“) sondern betont seine „beratende Funktion“ und zieht sich daher lieber in die nächste Wirtschaft zurück. Selbstverständlich steht er „jederzeit zur Verfügung“, wie er nachdrücklich hervorhebt, bevor er flugs die Platte putzt. Trockener Kommentar von Heines: „Beratende Funktion von der Kneipe aus, nicht schlecht...“. Dort angekommen sorgt er sich erstmal um die Temperatur des Bieres („nicht zu kalt“) und setzt anschließend – warum auch immer - Harry von der Vorgehensweise der Malaien bei Amokläufern ins Bild („vogelfrei! Wußten Sie das?“). Im weiteren Verlauf rührt er mit einem Bierwärmer (gibt es sowas heute noch?) in seinem Glas und verbreitet trockene Aktenweisheit über Weissmann, doziert langatmig und resümiert vergnügt nach dem Schuß: „Na bitte, was hab ich gesagt? Das habe ich doch gewußt! Jetzt geht’s los“.
Selbst nachdem offenkundig nicht die Frau, sondern Weissmann tot ist, meint er recht behalten zu haben, denn Weissmann sei „irgendwie war er doch so etwas wie ein Amokläufer“ - merke: ein Psychologe irrt nie, höchstens der Täter!