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1

Montag, 14. September 2009, 02:01

Geigenspieler-Impressionen

Hallo Geigenspieler-Fans,

da auch diese Episode bis heute nicht zu meinen Favoriten gehört, so ist sie doch in irgendeiner Weise als sehenswert zu bezeichnen. Vom Handlungsablauf einmal abgesehen besticht sie auf sehr nostalgische Weise durch einige Punkte:

- Keine durchgeknallten Teenager
- Keine Moralapostel
- Keine erotischen Spielereien
- Keine nennenswerte Musikeinlagen

Tja - was war dann, was man als sehenswert bezeichnen könnte?

Es war die Auswahl der Darsteller UND das betörende Gefühl, als wäre die Zeit schon damals stehen geblieben. Man fühlt sich geradezu in die frühen 60er Jahre zurückversetzt. Für einen Moment glaubte ich sogar, eine Folge aus dem KRIMINALMUSEUM vor mir zu haben, wären da nicht die Autos gewesen.

Miss Nelly Oaks alias Elisabeth Flickenschildt schien sich kaum von ihrer Glanzrolle aus dem "Gasthaus an der Themse" zu unterscheiden. Ein bisschen mehr Rauch rundherum hätte nicht geschadet. Heinz Bennent schien seit seiner Rolle aus der KM-Episode "Komplizen" nicht gealtert zu sein. Auch seine Ausdrucksweise war beinahe dieselbe. Erik Schumann war diesmal zwar nicht "Graffe", wirkte aber düster wie eh und je. Und Walter Ladengast, schon immer alt gewesen, rundete die Sache ab. Na ja, er war ja auch schon fast 74!

Auch die Auflösung des Falls war irgendwie famos. Dachte man zuerst, Frau Triberg hätte einen Killer bezahlt, erwies es sich am Ende lediglich als Zahlung für das Gewehr, dass sie von BROSCHEK bekam. Die Raser-Szenen mit dem OPEL REKORD mit altem Wolfratshausener Kennzeichen (WOR) fand ich schon kurios. Mit SO wenig Licht über die Landstraße zu pesen - Donnerwetter. Selbstverständlich waren die Fahrten nicht echt...

Aber nun noch 3 Dinge:

2 Schauspieler sind in der Besetzungsliste nachzutragen, die bei der Suche nach Glassplittern am Bahnsteig einen kurzen Auftritt incl. Texteinlagen hatten:

Michael Habeck (bekannt aus Folge 35) UND - wie sollte es auch anders sein - Günther Geiermann zum Vierten!

Des Weiteren glaube ich diesmal, die Zigarettenmarke unseren Kommis erkannt zu haben. Als er bei Tribergs zu Hause war, fragte er, ob er rauchen dürfte und packte seine Schachtel aus. Es war MARLBORO! Was sagen die Anderen?

Tut doch einfach mal entsprechende Bilder posten
ICH tu jetzt einfach mal ein bisschen prosten !

LG Peter :sauf: :kommi:
30.06.1963 - 02.09.2010

2

Montag, 14. September 2009, 12:01

Ich schließe mich meinem Vorredner an: eine angenehme Folge, endlich einmal ohne Teenies, Drogen etc. Allerdings wieder mit einer Mörderin... ja,ja, die Frauen.

Und wenn ich noch einmal in einem Krimi hören muß, wie der überführte Mörder sagt: "Ich wollte das nicht...", dann bekomme ich einen Schreikrampf...

Übrigens: das mit der Marlboro habe ich auch so gesehen.

Komisch fand ich, daß ein Haus mit einem so großen Wohnzimmer nicht über ein Gästezimmer verfügt. Daß die Schwiegermutter zur Schwiegertochter ins Bett kriechen wollte, fand ich mehr als amüsant. Wer kommt denn auf sowas?

3

Montag, 14. September 2009, 13:00

Ich achte ja immer auf die ungewöhnlichen Besetzungen. Für Sonja Ziemann und Elisabeth Flickenschildt waren es die einzigen Gastauftritte in einer Krimiserie. Und mit Bennent, Schumann und Stoll waren damals sehr bekannte Charaktermimen in Nebenrollen zu sehen. Die Geschichte war hier eher Durchschnitt.

4

Montag, 14. September 2009, 21:16

Grande Finalfahrt

Was sich in Konversationen und angedeuteten Psychostudien über nicht mehr real existierende Ehen, Dreiecksverhältnisse und überdominierende Schwiegermütter länger hinzog wurde plötzlich getoppt durch die rasend nächtliche Autofahrt der Frau Triberg mit dem Kommi. Hier musste man wahrlich besorgt sein um den Kommi, doch das Drehbuch meinte es natürlich am Ende gut mit den Beteiligten.

Für das Übertragen eines solchen kinoreifen Actionelements in diese Kommissarfolge war zumindest ich dem Drehbuchschreiber dankbar, hinderte es mich doch am sanften Hinübergleiten in den nächtlichen Schlaf.

Herzliche wieder wache Grüße

5

Montag, 14. September 2009, 23:08

Ich frag mich halt doch wie jemand drauf sein muß, der erst "Nicht mit dem Zug" ins Telefon bellt, um sodann den zugfahrenden Gatten zu töten. Ob das vielleicht eine humorige Anspielung darauf ist, daß es die Gattin übel nimmt, wenn man nicht auf sie hört?

6

Freitag, 18. September 2009, 17:02

Also mir hat diese Folge sehr gefallen.Ich fand das sie irgendwie so unheimlich und dunkel gemacht war :grins: und dann dazu immer die Musik.

AD Skinner

unregistriert

7

Sonntag, 20. September 2009, 18:30

In Wolfratshausen, an der Flickenschild Road

Die Jungs machen sich zusammen mit Kolding auf, um dessen Alibi zu überprüfen. Im Treppenhaus läuft ihnen der übernervöse Broschek über den Weg. „Alles klar“, dachte ich und lehnte mich selbstzufrieden zurück. Kolding und Irene Triberg haben beschlossen, den Professor aus dem Weg zu räumen. Broschek hat geschossen, Irene Triberg hat Gewissensbisse bekommen und halbherzig versucht, das Unheil abzuwenden.

Von wegen. Selbstzufriedenheit bestraft der Reinecker. Broschek hat nur die Waffe beschafft. Irene Triberg, wohl tatsächlich von letzten Zweifeln geplagt, versucht, die Entscheidung auf den Zufall (Wird der Pförtner sie so ernst nehmen, daß er ihrem Mann die Nachricht überbringt?) und ihren Gatten (Wird er ihren Rat verstehen und beherzigen?) abzuwälzen. Dann springt sie ins Auto, rast über die nächtliche Landstraße nach Buchenhain, parkt an der richtigen Stelle, nimmt das Gewehr aus dem Kofferraum, wartet auf den Zug aus München, schießt bei ungünstigen Lichtverhältnissen, innerlich aufgewühlt stehend freihändig auf ihren Mann, tötet ihn mit einem einzigen Schuß, wirft das Gewehr in den Kofferraum, rast zurück nach Wolfratshausen und ist pünktlich am Bahnhof, um ihren Mann abzuholen – perfekt gekleidet, perfekt frisiert, kein Schweißtröpfchen zu sehen.

Aaaah ja, würde Loriot sagen, und die linke Augenbraue ein ganz klein wenig anheben.

Der nächste Tag bringt die Ernüchterung. Das Schwiegermonster kommt aus Bamberg und wird nicht eher lockerlassen als bis Irene hinter Gittern ist – einen Galgen gibt es ja leider nicht mehr im Freistaat. Und Kolding stuft seine leidenschaftliche Affäre zur Geldbriefträgerin zurück – ein Päckchen frische Scheine, ein paar unverbindliche Worte auf dem Bahnsteig zwischen zwei Zügen.

In Koldings weiterem Lebensplan sind nämlich zwei Dinge mehrfach unterstrichen. Zum einen Geld. Viel Geld, sehr viel Geld von der edlen Schlaftablette in Wolfratshausen. Zum anderen Sex. Hemmungsloser, tabufreier, spektakulärer Sex mit DER Frau mit dem WOW!!!-Faktor in dieser Episode, der Wirtin.

Zwischen Kolding und der Hüterin seines Wasserlochs in einem besonders toten Winkel der Landeshauptstadt brennt die Luft. Da ist viel mehr als Anschreiben-ohne-Limit und Passendes-Alibi-to-go. Der debile Kellner könnte ganze Romane dazu erzählen, wenn ihn nur mal jemand fragen würde. Fragt aber keiner, also sagt er auch nichts. (Könnte natürlich auch sein, daß niemand Walter Ladengast gesagt hat, daß Ringelmann jetzt auch mit diesem neumodischen Zeugs, diesem Tonfilm arbeitet.)

Und dennoch: Sogar jemand, der so in der Klemme sitzt wie Irene Triberg hat die Wahl. Sie kann sich dem netten älteren Herrn anvertrauen, der sich mit überirdischer Ruhe von ihr durch die bayrische Höllennacht chauffieren läßt. Oder sie kann den nächsten passenden Baum anvisieren und das Gaspedal bis auf den Asphalt durchdrücken. Mit einem Auto mit Sicherheitsstandard von 1973 ist der Rest einfach, sicher und tut nicht mal weh. Ich könnte mir vorstellen, daß der Chef vom Chef nochmal ein sehr ernstes Wort mit seinem besten Mann gewechselt hat – „Eigensicherung“ wäre ein geeignetes Stichwort.

Wenn Elisabeth Flickenschildt als Mama Triberg auf der Schwelle steht, kommt sie nicht allein. Sie hat Mrs Ravelstoke/Lady Long/Mrs Shelton, Nelly Oaks und Lady Lebanon im Gepäck. In einer Szene lehnt sich Mama Triberg zurück und lauscht verzückt dem genialen Geigenspiel ihres Sohnes. Und vor dem inneren Auge taucht Lady Lebanon auf, die sich zurücklehnt und verzückt dem genialen Klavierspiel ihres Sohnes lauscht.

Autos werden sicherer, Schauspieler werden zu alt für eine Rolle oder sterben gar. Abgesehen davon müßte die Mutter Oberin von St. Vokuhila nur den Hebel von Schwarzweiß auf Farbe stellen, und schon wären wir mitten im ganz normalen Wahnsinn eines späten DERRICK oder frühen SISKA. Die geheimnisvolle Schlafwandlerin, die mit Wasweißichalles zugedröhnt durch ihre mit Hehlerware aus bayrischen Dorfkirchen ausstaffierte Villa schwebt. Der betrogene Ehemann, der mit allem fertig ist, und der nur noch darauf wartet, daß ihn jemand von seinen Leiden erlöst. Das ist allerfeinster Reinecker, unbezahlbar und zeitlos.

Nicht zu vergessen, auch die kleine, aber für die Handlung wichtige Rolle des Pförtners ist hochkarätig besetzt. Willy Semmelrogge ging dann später dem Kommissar Haferkamp in Essen bei seinen Ermittlungen zur Hand (1974-80).

8

Dienstag, 22. September 2009, 15:41

Bo Ey !!!

Eine wirklich beachtliche Rezension. :respekt
Wer schreibt, der bleibt!!! Solche Zeilen liest man doch immer wieder gern.

Bitte mehr davon :top
30.06.1963 - 02.09.2010

9

Dienstag, 29. September 2009, 19:51

RE: Geigenspieler-Impressionen

Zitat

Original von Mr. Gore
Des Weiteren glaube ich diesmal, die Zigarettenmarke unseren Kommis erkannt zu haben. Als er bei Tribergs zu Hause war, fragte er, ob er rauchen dürfte und packte seine Schachtel aus. Es war MARLBORO! Was sagen die Anderen?


Peter,

sehe ich genauso!

Zitat

Original von Mr. Gore
Tut doch einfach mal entsprechende Bilder posten
ICH tu jetzt einfach mal ein bisschen prosten !



Ich versuche es!



Besser geht es nicht!
Viele Grüße

Kellner Windeck :))

Erich Lorenz über Kellner Windeck zu Robert und Walter:
:kotz "Aber sie ging nicht ins Bett. Erst musste der Kellner zu Hause sein. Wissen Sie, der wurde sehr gut versorgt hier!":kotz

10

Montag, 9. Mai 2011, 08:34

Es ist schon erstaunlich, dass man selbst in einer Folge, die man nicht auf eine einsame Insel mitnehmen würde, Erbauliches findet.

In erster Linie hochkarätig besetzt, die beiden damaligen "Altstars" Flickenschildt und Ziemann vereint sowie Bennent, ein ausgezeichneter Charakter-Mime, und Semmelrogge senior, was will man mehr?

Eine Folge, bei der ich froh bin, dass der Kommissar in Schwarzweiß gedreht wurde, denn in Farbe hätte ich sie wohl zu meinen Flop 3 zählen müssen. Die Bilder sind nämlich sackstark eingefangen und heben sich wohltuend vom per se schwachen Drehbuch ab. Ziemann ist dazu eins der markantesten weiblichen "Täter-Gesichter" (nach Agnes Fink - herrlich, wie die Fink Beate in Derricks Kaffee mit Beate mit "Mörderblicken" straft), schade, dass sie bei Ringelmann nicht mehrfach besetzt wurde...

Die Atmosphäre also top, und die Autofahrt zu nachtdunkler Zeit jagt einem wohlige Schauer über den Rücken. Dennoch eine Folge, die mit am seltensten von allen Kommissar-Episoden über meinen Bildschirm flackert.

Grüße, P.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Papierblumenmörder« (9. Mai 2011, 11:42)


11

Montag, 9. Mai 2011, 22:27

Hallo Papierblumenmörder,,,

Grüsse aus dem Herzogpark !!!

Ja Du hast Recht. Die Folge ist nicht so besonders aber so geht es mir auch mit Folge 52, die bei mir als Letzte kommt,.

Meine Nr.1 ist nach wie vor 76.

Grüße Doc

12

Dienstag, 10. Mai 2011, 15:46

Hallo Dr.Winkelmann,

zu Deinem Downlight 'Ende eines Humoristen' .... ich denke hier steht nicht ein Mord aus habgier o.ä. im Vordergrunde, sondern der Zerfall dieses Mannes, den niemand mehr sehen will und der nach der Todesnachricht völlig in sich zusammenbricht. Ich finde die Folge nicht so schlecht, zumal der Erwin Waldermann (der Humorist) toll gespielt wird. Auch mal ganz ungewöhnlich .. es war gar kein Mord !

Die Folge 'Sein letzter Coup' (dein Favorit) wäre bei mir allenfalls gutes Mittelfeld. Sie ist durchaus stellenweise spannend. Markant hier ... am Ende sitzt der Professor doch wieder im Knast.... wie schade aber auch :-)
Viele Grüße - Lansky :grins:

Zitat

Ich fühl mich schon wieder ........... ganz großartig !

13

Freitag, 7. Juni 2019, 16:36

Richtig, alleine die Schauspieler heben
die Folge über den Durchschnitt: Ziemann top und die Flickenschild -
erste Sahne.

Zitat

"Dann springt sie ins Auto, rast über die nächtliche Landstraße nach Buchenhain, parkt an der richtigen Stelle, nimmt das Gewehr aus dem Kofferraum, wartet auf den Zug aus München, schießt bei ungünstigen Lichtverhältnissen, innerlich aufgewühlt stehend freihändig auf ihren Mann, tötet ihn mit einem einzigen Schuß, wirft das Gewehr in den Kofferraum, rast zurück nach Wolfratshausen und ist pünktlich am Bahnhof, um ihren Mann abzuholen – perfekt gekleidet, perfekt frisiert, kein Schweißtröpfchen zu sehen."


Aber die Hauptsache auch für mich: eine normale Frau
ohne Schützenerfahrung nimmt ein ihr unbekanntes Gewehr (Zeit für
großartiges Einschießen dürfte ja kaum gewesen sein) und
liquidiert gekonnt einen Mann hinter einer Fensterscheibe bei
schwierigen Sichtverhältnissen mit nur einem Schuß (glaube ich) aus
einiger Entfernung. Das vorherige Hin- und spätere Herrasen wurde ja
bereits erwähnt, trotzdem eiskalt und gefaßt am Bahnhof – die
Frau hat klar ihren Beruf verfehlt. Forsyth's „Schakal“ würde
den Hut ziehen, aber mit Sicherheit...

14

Sonntag, 14. Juli 2019, 18:50

Ach nein, diese Folge ist alles andere als ein Glanzlicht. Sie nervte schon damals, vor allem durch diese entsetzliche Geigenmusik.
Ich glaube, ich habe sie auch nie wieder gesehen.
"Also, wenn sie mich fragen - Bigge war´s"

15

Sonntag, 21. Juli 2019, 02:15

Ach nein, diese Folge ist alles andere als ein Glanzlicht. Sie nervte schon damals, vor allem durch diese entsetzliche Geigenmusik.
Ich glaube, ich habe sie auch nie wieder gesehen.
Einspruch, Euer Ehren. Das Violinkonzert von Mendelssohn war noch das Beste an dieser ansonst wirklich eher schwachen Folge.